Schlafstörungen in den Wechseljahren: Warum du nachts wach liegst und was helfen kann

Hormoncoach Heike Ferg – Wechseljahre Schlafstörungen Ursachen erkennen und durch Hormonbalance erholsamen Schlaf wiederherstellen sowie Tagesenergie steigern
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Es ist kurz nach drei, das Haus ist still, und du liegst hellwach im Bett. Eingeschlafen bist du gut, aber jetzt ist dir warm, die Decke fliegt zur Seite, und während du auf das Wiedereinschlafen wartest, beginnen die Gedanken zu wandern: zur Arbeit, zu den Eltern, zur Frage, wie du den morgigen Tag schaffen sollst. Wenn dir das bekannt vorkommt, bist du in guter Gesellschaft, denn Schlafstörungen in den Wechseljahren gehören zu den Beschwerden, über die Frauen in der Lebensmitte am häufigsten klagen. In einer forsa-Umfrage im Auftrag der Krankenkasse hkk gaben 36 Prozent der befragten Frauen mit Wechseljahresbeschwerden an, unter mindestens starken Schlafstörungen zu leiden. Nur Hitzewallungen und Schwitzen wurden noch häufiger genannt.

Dass der Schlaf ausgerechnet jetzt so empfindlich wird, hat mehrere Gründe, die sich gegenseitig verstärken. Die Hormone, die deinen Schlaf bisher still im Hintergrund begleitet haben, kommen ins Schwanken, und gleichzeitig ist die Lebensmitte selten eine ruhige Zeit. In diesem Artikel schauen wir gemeinsam darauf, welche Hormone hinter wachen Nächten stecken können, warum so viele Frauen gerade zwischen drei und fünf Uhr aufwachen, welche anderen Ursachen du nicht übersehen solltest und was dir helfen kann.

✦ Das Wichtigste in Kürze
  • Schlafstörungen gehören zu den häufigsten Wechseljahresbeschwerden: In einer forsa-Umfrage für die hkk litten 36 Prozent der Frauen mit Wechseljahresbeschwerden unter mindestens starken Schlafstörungen.
  • Hinter den wachen Nächten stecken oft sinkendes Progesteron, ein schwankendes Östrogen mit nächtlichen Hitzewallungen und ein empfindlicheres Stresssystem.
  • Typisch sind Durchschlafstörungen und frühes Erwachen zwischen drei und fünf Uhr. Einschlafprobleme hängen dagegen häufiger mit Grübeln und Anspannung zusammen.
  • Nicht alles ist hormonell: Schlafapnoe, Restless Legs, eine Schilddrüsenüberfunktion oder Medikamente können ebenfalls dahinterstecken und sollten abgeklärt werden.
  • Als wirksamste Behandlung gilt laut deutscher Leitlinie die kognitive Verhaltenstherapie für Schlafstörungen, zu der auch ein Schlaftagebuch gehört.

Warum schlafen Frauen in den Wechseljahren schlechter?

Frauen schlafen in den Wechseljahren schlechter, weil die Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron auch im Gehirn wirken und dort den Schlaf mitsteuern. Solange sie in einem verlässlichen Rhythmus kommen und gehen, merkst du davon wenig. In der Perimenopause, also in den Jahren vor der letzten Periode, verliert dieser Rhythmus seine Verlässlichkeit, und das bleibt für deinen Schlaf nicht ohne Folgen. Viele Frauen bemerken die ersten Veränderungen schon, bevor ihr Zyklus unregelmäßig wird. Wie sich die einzelnen Abschnitte unterscheiden, kannst du in meinem Artikel über die 4 Phasen der Wechseljahre nachlesen.

Zu den Hormonen kommt hinzu, was die Lebensmitte sonst noch mit sich bringt. Kinder werden selbstständig, Eltern brauchen Unterstützung, im Beruf wird viel erwartet, und all das nimmst du abends mit ins Bett. Dazu verändert sich der Schlaf ohnehin mit dem Alter: Der Körper bildet weniger Melatonin, das Schlafhormon, das dich abends müde macht, und die Tiefschlafphasen werden kürzer. Wenn all das zusammenkommt, reicht oft schon eine Kleinigkeit, eine Hitzewallung oder ein Geräusch, um dich aus dem Schlaf zu holen.

Welche Hormone stecken hinter Schlafstörungen in den Wechseljahren?

Hormonelle Schlafstörungen entstehen selten durch ein einziges Hormon, das fehlt, sondern meistens durch mehrere, die gleichzeitig aus dem Takt geraten und sich gegenseitig beeinflussen. Wenn ich mit Frauen über ihren Schlaf spreche, schauen wir uns deshalb immer das Zusammenspiel an. Einen ausführlichen Überblick über alle Botenstoffe findest du in meiner Liste Diese Hormone solltest du kennen. Für den Schlaf in den Wechseljahren sind vor allem diese wichtig:

Progesteron: die innere Bremse

Aus Progesteron bildet der Körper unter anderem einen Stoff namens Allopregnanolon, der im Gehirn an denselben Andockstellen wirkt wie beruhigende Botenstoffe. Allopregnanolon dockt im Gehirn an die GABA-Rezeptoren an und wirkt dadurch beruhigend und schlaffördernd. Deshalb fühlt sich Progesteron für viele Frauen an wie eine innere Bremse, die abends beim Runterfahren hilft und nachts den Schlaf stabil hält. In der Perimenopause findet nicht mehr in jedem Zyklus ein Eisprung statt, und weil Progesteron vor allem nach dem Eisprung gebildet wird, sinkt es oft als erstes Hormon. Viele Frauen merken das als innere Unruhe am Abend, als leichteren, unruhigeren Schlaf oder als häufigeres Aufwachen, manchmal schon Jahre, bevor die Periode ausbleibt. Wie sich ein Progesteronmangel auch auf Stimmung und Angst auswirken kann, beschreibe ich im Artikel Wechseljahre und Psyche.

Östrogen: Temperatur und Stimmung

Östrogen sinkt in den Wechseljahren nicht gleichmäßig, sondern schwankt teilweise stärker als in jüngeren Jahren. Weil es unter anderem an der Temperaturregelung im Gehirn beteiligt ist, können diese Schwankungen nächtliche Hitzewallungen und Schweißausbrüche auslösen. Daraus entsteht ein Muster, das viele Frauen kennen: Sie werden in den frühen Morgenstunden durch Schweißausbrüche wach und können danach nicht mehr einschlafen. Östrogen unterstützt außerdem die Wirkung von Serotonin, aus dem der Körper abends Melatonin herstellt, sodass ein schwankendes Östrogen auch über diesen Weg auf Stimmung und Schlaf wirken kann.

Melatonin: das Schlafhormon

Melatonin wird abends bei Dunkelheit gebildet und signalisiert deinem Körper, dass es Zeit zum Schlafen ist. Mit zunehmendem Alter bildet der Körper weniger davon, was den Schlaf-Wach-Rhythmus etwas störanfälliger macht. Das betrifft Frauen und Männer gleichermaßen, trifft bei Frauen in den Wechseljahren aber auf die hormonellen Veränderungen und verstärkt sie. Helles Bildschirmlicht am späten Abend kann die Melatoninbildung zusätzlich bremsen.

Cortisol: wenn das Stresssystem wach bleibt

Cortisol ist dein wichtigstes Stresshormon. Am Abend sollte es niedrig sein, damit du zur Ruhe kommst, und in der zweiten Nachthälfte steigt es langsam wieder an, um dich auf den Morgen vorzubereiten. Wenn Stress zur Dauerschleife wird, sinkt das Cortisol abends nicht mehr richtig ab, und dein Körper bleibt in einer leichten Alarmbereitschaft, in der Herz, Atmung und Gedanken nicht zur Ruhe kommen. Weil sinkendes Progesteron und schwankendes Östrogen das Stresssystem zusätzlich empfindlicher machen können, trifft Stress den Schlaf in den Wechseljahren oft doppelt. Wie dieser Kreislauf aus Belastung und Hormonen funktioniert, erkläre ich im Artikel Wenn psychische Belastungen deine Hormone aus dem Gleichgewicht bringen.

Schilddrüsenhormone: oft übersehen

Die Schilddrüse wird in den Wechseljahren gern übersehen, weil ihre Beschwerden den Wechseljahresbeschwerden so ähnlich sind. Eine Überfunktion oder eine zu hoch dosierte Schilddrüsentablette kann Herzklopfen, Schwitzen, innere Unruhe und Schlafstörungen auslösen, also genau das, was viele Frauen zuerst den Wechseljahren zuschreiben. Wenn du schlecht schläfst und gleichzeitig nervös bist oder abnimmst, ohne es zu wollen, lohnt es sich deshalb, die Schilddrüsenwerte mit überprüfen zu lassen.

HormonWie es sich im Schlaf zeigen kann, wenn es sinkt oder schwankt
ProgesteronInnere Unruhe am Abend, leichter, unruhiger Schlaf, häufigeres Aufwachen
ÖstrogenNächtliche Hitzewallungen und Schweißausbrüche, Aufwachen in der zweiten Nachthälfte
MelatoninAbends weniger müde, Schlaf-Wach-Rhythmus störanfälliger
Cortisol (dauerhaft erhöht)Gedankenkreisen, Herzklopfen, frühes Erwachen, kein erholsamer Tiefschlaf
Schilddrüsenhormone (Überfunktion)Herzklopfen, Schwitzen, innere Unruhe, Ein- und Durchschlafprobleme

Einschlafen, durchschlafen, früh aufwachen: Welche Schlafstörung hast du?

Schlafstörung ist nicht gleich Schlafstörung, und es lohnt sich, genauer hinzuschauen, wann in der Nacht der Schlaf bei dir kippt. Das Muster gibt oft schon einen Hinweis darauf, was im Vordergrund steht. Reine Einschlafstörungen hängen zum Beispiel häufiger mit Sorgen und kreisenden Gedanken zusammen, während beim Durchschlafen und frühen Erwachen die Hormone oft stärker mitspielen.

Art der SchlafstörungSo zeigt sie sichWas häufig dahintersteckt
EinschlafstörungDu liegst abends lange wach, obwohl du müde bistGrübeln, Anspannung, abends zu viel Licht oder Bildschirm
DurchschlafstörungDu wachst nachts mehrmals auf, manchmal alle ein bis zwei StundenNächtliche Hitzewallungen, sinkendes Progesteron, Harndrang, Schnarchen
Frühes ErwachenDu bist zwischen drei und fünf Uhr hellwach und schläfst nicht mehr einHormonschwankungen treffen auf das ansteigende Cortisol, Stress
Nicht erholsamer SchlafDu schläfst genug Stunden und bist morgens trotzdem erschöpftWeniger Tiefschlaf, unbemerkte Atemaussetzer, Dauerstress

Wenn du dir unsicher bist, welches Muster bei dir zutrifft, hilft ein Schlaftagebuch, in das du zwei bis drei Wochen lang einträgst, wann du ins Bett gehst, wann du aufwachst und wie du dich am Morgen fühlst. Eine Vorlage dafür findest du in meinem kostenlosen Schlafguide mit Schlaftagebuch und 10 Tipps.

Warum wache ich in den Wechseljahren nachts um 3 Uhr auf?

Das Aufwachen zwischen drei und fünf Uhr ist so typisch, weil in dieser Zeit mehrere Dinge zusammenkommen: Der Tiefschlaf ist in der zweiten Nachthälfte ohnehin kürzer, das Cortisol beginnt langsam anzusteigen, und nächtliche Hitzewallungen treten häufig gerade dann auf. Treffen diese Faktoren auf ein Nervensystem, das durch sinkendes Progesteron empfindlicher geworden ist, kippt der leichte Schlaf schneller in den Wachzustand. Manche Frauen nennen diese Zeit die „Wolfsstunde“, weil sich Sorgen um diese Uhrzeit oft größer und bedrohlicher anfühlen als am Tag.

Das Wiedereinschlafen fällt dann vor allem deshalb schwer, weil der Kopf in dieser Stimmung sofort zu arbeiten beginnt. Je mehr du dich unter Druck setzt, schnell wieder einzuschlafen, desto wacher wirst du. Viele Frauen, die solche Durchschlafstörungen haben, beschreiben, dass sie irgendwann schon abends Angst vor der nächsten wachen Nacht bekommen, und genau daraus kann sich ein Kreislauf entwickeln, den ich weiter unten beschreibe.

Wenn der Schlaf trotz ausreichender Stunden nicht erholt

Neben den wachen Nächten gibt es eine Form der Schlafstörung, die weniger auffällt und trotzdem sehr belastend sein kann: Du schläfst eigentlich genug Stunden und wachst am Morgen trotzdem auf, als hättest du kaum geschlafen. Das kann daran liegen, dass der Tiefschlaf kürzer wird oder der Schlaf durch kurze Wachphasen zerstückelt ist, an die du dich am Morgen gar nicht erinnerst. Auch dauerhafter Stress hält den Schlaf oft an der Oberfläche, sodass die Nacht zwar durchgeschlafen wirkt, aber keine spürbare Erholung bringt.

Gerade hier lohnt es sich, nicht nur an die Hormone zu denken. Wenn dein Partner dir erzählt, dass du laut schnarchst oder nachts kurz aufhörst zu atmen, oder wenn du tagsüber ungewollt einnickst, kann eine Schlafapnoe dahinterstecken, die nach den Wechseljahren auch bei Frauen deutlich häufiger wird. Wie sich Dauerstress und Erschöpfung von den Wechseljahren unterscheiden lassen, beschreibe ich im Artikel Burnout oder Wechseljahre?.

Stress und Psyche: wenn die Gedanken nachts weiterarbeiten

Was am Tag liegen geblieben ist, meldet sich oft genau dann, wenn es still wird. Sorgen, Ärger und Anspannung aktivieren die Stresshormone Adrenalin und Cortisol, die Herzschlag, Atmung und Stoffwechsel anregen und den Körper in einen wachen Zustand versetzen, in dem kein tiefer Schlaf möglich ist. In den Wechseljahren kommen innere Unruhe und Stimmungsschwankungen häufig noch dazu, sodass Schlaf und Psyche sich gegenseitig beeinflussen.

Daraus entsteht bei vielen Frauen ein Kreislauf, der sich ohne Unterstützung nur schwer durchbrechen lässt: Hormone verändern den Schlaf → schlechter Schlaf senkt die Belastbarkeit → du bist am Tag schneller gereizt und überfordert → die Anspannung nimmst du mit ins Bett → der Schlaf wird noch schlechter. Je länger dieser Kreislauf läuft, desto mehr wird das Bett zu einem Ort, an dem du wach liegst, statt zu schlafen. Genau hier setzt die kognitive Verhaltenstherapie bei Schlafstörungen an, auf die ich im Abschnitt „Was hilft“ noch eingehe.

Nicht alles ist hormonell: andere Ursachen für schlechten Schlaf

Gerade weil ich mich täglich mit Hormonen beschäftige, ist mir wichtig, sie nicht zur Erklärung für alles zu machen. Schlafstörungen haben fast immer mehrere Ursachen, und neben den Hormonen können zum Beispiel diese Faktoren mitspielen:

  • Schlafapnoe → nächtliche Atemaussetzer, die nach der Menopause auch bei Frauen häufiger werden und sich oft als Schnarchen, Tagesmüdigkeit oder Kopfschmerzen am Morgen zeigen
  • Restless Legs → ein unangenehmes Kribbeln und ein Bewegungsdrang in den Beinen am Abend, das manchmal mit einem Eisenmangel zusammenhängt, zum Beispiel nach starken Blutungen in der Perimenopause
  • Schilddrüsenüberfunktion → Herzklopfen, Schwitzen und Unruhe, die leicht mit Wechseljahresbeschwerden verwechselt werden
  • Nächtlicher Harndrang → wer zwei- oder dreimal pro Nacht zur Toilette muss, kommt kaum in einen stabilen Schlaf
  • Medikamente → manche Mittel, zum Beispiel Cortison, können den Schlaf stören, was oft im Beipackzettel steht
  • Alkohol und Koffein → ein Glas Wein am Abend macht zwar müde, lässt den Schlaf in der zweiten Nachthälfte aber unruhiger werden
  • Schmerzen → etwa Gelenkschmerzen, die in den Wechseljahren häufiger werden und nachts wecken
  • Depression und Angststörung → frühes Erwachen mit Grübeln kann auch ein Zeichen einer Depression sein, besonders wenn Niedergeschlagenheit und Freudlosigkeit dazukommen

Wann solltest du deine Schlafstörungen ärztlich abklären lassen?

Ärztlich abklären lassen solltest du deinen Schlaf, sobald die Schlafstörungen über mehrere Wochen anhalten und dich am Tag spürbar einschränken. Du musst nicht warten, bis es „schlimm genug“ ist. Ein guter erster Ansprechpartner ist deine Frauenärztin oder dein Hausarzt, die auch Schilddrüse, Eisenwerte und andere körperliche Ursachen prüfen und dich bei Bedarf an ein Schlaflabor überweisen können.

Lass dich zeitnah untersuchen, wenn:

  • du über einen Monat lang an mindestens drei Nächten pro Woche schlecht schläfst und dich tagsüber erschöpft fühlst
  • dein Partner nächtliche Atemaussetzer oder lautes Schnarchen bemerkt
  • du tagsüber ungewollt einschläfst, zum Beispiel beim Lesen oder sogar beim Autofahren
  • du abends ein starkes Kribbeln oder einen Bewegungsdrang in den Beinen hast
  • Herzrasen, starkes Schwitzen oder Gewichtsverlust neu auftreten
  • Niedergeschlagenheit, Freudlosigkeit oder Angst länger als zwei Wochen anhalten

Was hilft bei Schlafstörungen in den Wechseljahren?

Was dir hilft, hängt davon ab, was bei dir im Vordergrund steht, und deshalb gibt es keine Liste, die für jede Frau gleich passt. Die deutsche Leitlinie zur Insomnie bei Erwachsenen, die 2025 überarbeitet wurde, gibt aber eine gute Orientierung, und viele der folgenden Ansätze stammen daraus:

  • Kognitive Verhaltenstherapie bei Schlafstörungen: Sie gilt laut Leitlinie als Mittel der Wahl. Dazu gehören ein Schlaftagebuch, feste Aufsteh-Zeiten, das Bett nur zum Schlafen zu nutzen, Entspannungsverfahren und der Umgang mit kreisenden Gedanken. Es gibt sie als Therapie bei Psychotherapeutinnen und als digitale Programme auf Rezept, frag am besten deine Ärztin danach.
  • Einen festen Rhythmus finden: Feste Zeiten zum Aufstehen, auch am Wochenende, helfen dem Körper, seinen Schlaf-Wach-Rhythmus wieder zu stabilisieren. Wer nachts länger als etwa 20 Minuten wach liegt, steht besser kurz auf und geht erst wieder ins Bett, wenn die Müdigkeit zurückkommt.
  • Ein kühles Schlafzimmer: Bei nächtlichen Hitzewallungen helfen ein kühles Schlafzimmer, eine leichte Decke, atmungsaktive Nachtwäsche und ein Glas Wasser griffbereit am Bett.
  • Abends runterfahren: Weniger Bildschirmlicht in der letzten Stunde vor dem Schlafen, kein schweres Essen am späten Abend und Alkohol und Koffein eher am frühen Tag als am Abend.
  • Bewegung am Tag: Regelmäßige Bewegung, am besten draußen bei Tageslicht, unterstützt den Schlaf-Wach-Rhythmus und hilft beim Abbau von Stresshormonen. Intensiven Sport legst du besser nicht direkt vor das Schlafengehen.
  • Hormone abklären lassen: Wenn nächtliche Hitzewallungen oder innere Unruhe deinen Schlaf stören, kann ein Blick auf deinen Hormonstatus zeigen, ob zum Beispiel ein niedriges Progesteron oder ein erhöhtes Cortisol bei dir im Vordergrund steht.
  • Melatonin mit Bedacht: Weil der Körper mit den Jahren weniger Melatonin bildet, greifen manche Frauen zu frei verkäuflichen Präparaten wie einem Melatonin-Spray. Das sind Nahrungsergänzungsmittel und kein Ersatz für eine Abklärung, und wenn du Medikamente nimmst, sprich die Einnahme vorher in der Apotheke ab.
  • Hormone natürlich unterstützen: Mein Schwerpunkt in der Beratung ist die natürliche Hormonregulation. Mit einer Hormonspeichelanalyse sehen wir, wie es um Progesteron, Östrogen und Cortisol bei dir steht, und schauen dann gemeinsam auf das, was du selbst beeinflussen kannst: Ernährung, Bewegung, ein fester Schlafrhythmus und ein Nervensystem, das abends wieder zur Ruhe kommen darf. Was davon zu dir passt, ist individuell, denn ein Mittel, das für alle passt, gibt es nicht.

Wie solche kleinen Veränderungen im Alltag aussehen können, beschreibe ich in der Case Study von Sabine, die fast zwei Jahre lang mit unregelmäßigem Zyklus und nächtlichen Hitzewallungen zu kämpfen hatte.

Als Hormoncoach und psychologische Beraterin schaue ich mir mit Frauen beides an, die Hormone und die Lebenssituation, weil sich Schlafstörungen in den Wechseljahren selten nur über einen Weg erklären lassen. Ein Blick auf deinen Hormonstatus kann zeigen, ob zum Beispiel ein niedriges Progesteron oder ein erhöhtes Cortisol bei dir im Vordergrund steht, und daraus lassen sich die nächsten Schritte besser planen. Eine ärztliche Abklärung ersetzt das nicht, aber es kann dir helfen, deine Beschwerden einzuordnen. Wenn du dir eine längere Begleitung wünschst, findest du auf der Seite Hormoncoaching Wechseljahre, wie das Hormoncoaching „Frauen STARK im Wechsel“ abläuft.

Häufige Fehleinschätzungen bei Schlafproblemen in den Wechseljahren

Rund um den Schlaf in den Wechseljahren halten sich einige Annahmen hartnäckig, die einer genaueren Betrachtung oft nicht standhalten:

  • „Das ist nur Stress.“ → Stress verstärkt Schlafprobleme, erklärt die Veränderungen in dieser Phase aber selten allein.
  • „Das bilde ich mir ein.“ → Schlafveränderungen in den Wechseljahren sind gut untersucht und lassen sich hormonell nachvollziehen.
  • „Mit besseren Schlafgewohnheiten müsste es doch gehen.“ → Gute Gewohnheiten helfen, ersetzen aber keine Abklärung, wenn Hitzewallungen, Schnarchen oder Unruhe dahinterstecken.
  • „Da muss ich jetzt durch.“ → Viele Frauen halten jahrelang aus, obwohl es gut wirksame Möglichkeiten gibt.

Häufige Fragen zu Schlafstörungen in den Wechseljahren

Warum kann ich in den Wechseljahren nicht mehr durchschlafen?

Durchschlafstörungen entstehen in den Wechseljahren häufig, weil das beruhigend wirkende Progesteron sinkt und das schwankende Östrogen nächtliche Hitzewallungen auslöst. Dadurch wird der Schlaf leichter und kippt schneller in den Wachzustand. Auch Stress, nächtlicher Harndrang oder Schnarchen können dahinterstecken.

Welches Hormon fehlt bei Schlafstörungen in den Wechseljahren?

Häufig spielt ein sinkendes Progesteron eine Rolle, weil es im Gehirn beruhigend wirkt und den Schlaf stabilisiert. Auch ein schwankendes Östrogen, weniger Melatonin und dauerhaft erhöhtes Cortisol können den Schlaf stören. Meist ist es das Zusammenspiel mehrerer Hormone, deshalb lohnt sich ein Blick auf den ganzen Hormonstatus.

Warum wache ich in den Wechseljahren immer zwischen 3 und 5 Uhr auf?

In dieser Zeit ist der Tiefschlaf kürzer, das Cortisol beginnt anzusteigen, und nächtliche Hitzewallungen treten häufig auf. Trifft das auf ein durch Hormonschwankungen empfindlicheres Nervensystem, wachst du leichter auf. Kreisende Gedanken machen das Wiedereinschlafen dann schwer.

Hilft Melatonin bei Schlafstörungen in den Wechseljahren?

Melatonin ist das Hormon, das dem Körper abends signalisiert, dass es Zeit zum Schlafen ist, und mit den Jahren bildet der Körper weniger davon. Frei verkäufliche Präparate sind Nahrungsergänzungsmittel und ersetzen keine Abklärung. Als wirksamste Behandlung von Schlafstörungen gilt laut deutscher Leitlinie die kognitive Verhaltenstherapie.

Wie lange dauern Schlafstörungen in den Wechseljahren?

Das ist sehr unterschiedlich. Bei vielen Frauen sind die Schlafprobleme in der Perimenopause mit den stärksten Hormonschwankungen am deutlichsten und werden ruhiger, wenn sich die Hormone nach der letzten Periode auf einem niedrigeren Niveau einpendeln. Belastende Schlafstörungen musst du aber nicht aussitzen.

Wann sollte ich mit Schlafstörungen zum Arzt gehen?

Wenn du über mehrere Wochen an mindestens drei Nächten pro Woche schlecht schläfst und dich tagsüber erschöpft fühlst, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll. Sofort solltest du gehen, wenn nächtliche Atemaussetzer, starke Tagesmüdigkeit, ein Kribbeln in den Beinen oder anhaltende Niedergeschlagenheit dazukommen.

Quellen

  • hkk Krankenkasse / forsa: Umfrage Wechseljahre im Beruf (2.008 berufstätige Frauen von 40 bis 65 Jahren, Juli/August 2024)
  • AWMF-Leitlinie Insomnie bei Erwachsenen (Registernummer 063-003, Update 2025, Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin)Die beschriebenen Zusammenhänge entsprechen dem aktuellen Stand der Forschung zu Schlafveränderungen in der Perimenopause und den Wechseljahren.

Wann in der Nacht kippt dein Schlaf, eher beim Einschlafen oder in den frühen Morgenstunden? Und was hat dir bisher am meisten geholfen, wieder zur Ruhe zu kommen?

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Heike Ferg, Hormoncoach und psychologische Beraterin, im Portrait mit handschriftlichen Notizen zu Hormonen, Psyche und emotionalen Zusammenhängen

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